CDU Kreisverband Oder-Spree

CDU will sich mit Bildungspolitik von der SPD absetzen

Brandenburgs CDU beschließt am Samstag auf einem „Kleinen Parteitag“ ihr Wahlprogramm. Einer, der an vorderster Front daran mitgewirkt hat, ist der Generalsekretär der Brandenburger CDU, der Prignitzer Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann. Benjamin Lassiwe

Herr Hoffmann, Brandenburgs CDU wirbt im Wahlkampf mit dem Slogan „Dein Land kann es besser“. Warum?

Es gibt eben viele Stellen, etwas besser zu machen. Wenn Sie mit den Leuten im Land sprechen, wird deutlich, dass sich viele Sorgen um ihre Zukunft machen. Sie sind unzufrieden damit, dass das Leben immer komplizierter wird. Sie haben bei der Politik der Ampel in Berlin das Gefühl, dass der Staat nicht mehr funktioniert, dass die Politik entweder nicht fähig oder willens ist, Probleme zu lösen. Und: Bei allem macht die SPD Brandenburg mit. Deswegen reicht es auch nicht aus, einfach „Weiter wie bisher“ zu machen. Die Menschen erwarten zu Recht, dass sich die Politik mehr anstrengt und es besser macht. Deshalb wollen wir, dass das Leben für die fleißigen Leute in der Prignitz und der Uckermark wieder einfacher wird. Dafür reicht es nicht, sich nur an der AfD abzuarbeiten.

Sie verwirren mich. Ist die CDU nicht seit 2019 an der Regierung beteiligt? Was haben Sie denn so schlecht gemacht, dass man es nun besser machen muss?

Vieles ist mit uns besser geworden. Aber: Wir haben ja nicht alleine regiert. Bei drei so unterschiedlichen Parteien, wie es CDU, SPD und Grüne nun einmal sind, gibt es auch unterschiedliche politische Zielrichtungen. In den Bereichen Migration, Sicherheit und Landwirtschaft haben wir andere Vorstellungen als die Grünen. Auch gäbe es mit uns eine bessere Bildungspolitik als mit der SPD. Wenn wir zum Beispiel sehen, dass der letzte Länder-Vergleich ergeben hat, dass jeder zweite Viertklässler bei uns nicht richtig lesen, schreiben und rechnen kann, ist das etwas, wo wir besser werden müssen. Deswegen fordern wir eine Garantie, dass jedes Kind am Ende der vierten Klasse lesen, schreiben und rechnen kann.

Eine Koalition ohne die SPD ist in Brandenburg allen Umfragen zufolge ein Ding der Unmöglichkeit. Und es bestehen große Chancen, dass Sie auch die Grünen brauchen. Wie soll das denn künftig anders werden als heute?

Wir sollten uns nicht schon vor den Wahlen den Kopf darüber zerbrechen, wer mit wem koaliert. Unser Ziel ist es, als CDU so stark wie möglich zu werden, damit wir am Ende möglichst viel CDU-Politik umsetzen und verloren gegangenes Vertrauen in die Demokratie zurückgewinnen können. Und wir wollen, dass Jan Redmann nach mehr als 30 Jahren der erste Ministerpräsident wird, der kein SPD-Parteibuch in der Tasche hat.

Sie sind auch der Bildungspolitiker Ihrer Fraktion: Soll die CDU nach der Wahl das Bildungsministerium übernehmen?

Wir haben den Anspruch, eine bessere Bildungspolitik zu machen. Und wenn wir stärkste Kraft werden, dann werden wir das hinkriegen, egal, wie am Ende die Häuser verteilt sind. Deswegen wollen wir jetzt erst einmal die Wahl gewinnen.

Brandenburg hat nach wie vor zu wenig Lehrer und zu viel Unterrichtsausfall. Was wollen Sie dagegen machen?

Ich vermisse bei der SPD, dass sie wirklich alle Hebel in Bewegung setzt. Wir wollen die Seiteneinsteiger weiter qualifizieren: Ohne sie wird es nicht gehen. Sie sind Teil der Lösung und nicht das Problem. Wir wollen dafür sorgen, dass Lehrkräfte bedarfsgerecht ausgebildet werden. Wir wollen mittelfristig eine Pädagogische Hochschule in Brandenburg gründen, weil es am Ende nicht nur darum geht, dass wir genug Lehrer ausbilden, sondern dass wir die Lehrer auch richtig gut für den Schulalltag ausbilden. Und wir wollen mit Headhuntern gezielt nach Lehrern suchen – auch im Ausland.

Wie soll das gehen?

Wer so gut Deutsch kann, dass er in Polen Deutschunterricht gibt, kann auch als Lehrer für Mathematik oder Sport an einer Brandenburger Schule unterrichten. Und die Lehrer, die die nötigen Voraussetzungen nicht mitbringen, können wir fit machen. Denn wir dürfen das Problem nicht beschönigen: Uns fehlen einfach Lehrer. An der Universität dauert es sechs Jahre, bis junge Lehrer ausgebildet sind. Da können wir es nicht hinnehmen, dass wir unsere Kinder jetzt sechs Jahre in der Luft hängen lassen. Wir müssen jetzt Lösungen präsentieren.

 

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